Du heilst nicht, weil du etwas tust

Shownotes

Die meisten von uns behandeln einen inneren Prozess wie eine Aufgabe, die man lösen muss. Man macht etwas – und dann soll es besser sein. Im Außen funktioniert das ja auch: Zimmer dreckig, also aufräumen. Hunger, also kochen. Nur innen funktioniert es überhaupt nicht so.

In dieser Folge geht es darum, warum ein innerer Prozess nichts ist, was du machst – sondern etwas, das mit dir passiert. Warum Heilung keine Reparatur ist, sondern eher wie eine reifende Frucht oder eine Wunde funktioniert. Und warum der Verstand mit seiner ewigen Frage „Was muss ich tun?" hier an seine Grenze kommt.

Worüber ich spreche:

  • Warum ein innerer Prozess kein To-do ist – und du das längst aus eigener Erfahrung kennst
  • Der Unterschied zwischen Reparatur und Heilung (und was der Gips am gebrochenen Arm wirklich tut)
  • Die Intelligenz, die längst in dir ist – so wie dein Körper ganz von allein weiß, wie er eine Wunde schließt
  • Warum Wahrheit manchmal mehr wehtut als Hoffnung, und warum eine geschlossene Tür oft ein Anfang ist
  • Woran du merkst, dass sich etwas bewegt, obwohl du scheinbar „nichts tust"
  • Warum die größte Gefahr nicht das Zuwenig-Tun ist, sondern die Ungeduld

Eine Folge für alle, die gerade in etwas Zähem, Langsamem stecken – und am liebsten nachhelfen würden.

Ein Gedanke zum Mitnehmen: Schau mal auf die letzten Wochen zurück. Vielleicht hast du nichts Besonderes getan – und trotzdem hat sich etwas verändert. Genau das ist ein innerer Prozess.

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Wenn dir die Folge etwas gegeben hat, freue ich mich, wenn du sie mit einem Menschen teilst,

Transkript anzeigen

00:00:00: Ein herzliches Hallo!

00:00:02: Heute möchte ich über etwas sprechen, dass so gut wie alle Menschen die ich begleite irgendwann doch einander bringt.

00:00:12: Und zwar geht es um die Frage, wie ein innerer Prozess im Grunde funktioniert?

00:00:20: Wie Heilung funktioniert und warum das alles anders ist was wir sonst gelernt haben.

00:00:28: Denn die meisten von uns stellen sich einen inneren Prozess ein bisschen vor, wieso eine Aufgabe, die man lösen muss.

00:00:37: So nach dem Motto ich habe ein Problem, ich setze mich hin und überlege mir dies oder das was zu tun ist.

00:00:47: Ich mache das und dann ist es gelöst!

00:00:51: So funktioniert ja auch unser Leben meistens im Außen.

00:00:56: Du willst ein sauberes Zimmer, also räumst du es auf.

00:01:26: Es ist etwas, das mit dir passiert.

00:01:30: Und das Schöne ist dass du das schon lange kennst.

00:01:34: Du hast es auch schon öfter erlebt Da denk einfach mal an irgendeine Zeit in der sich wirklich etwas in dir verändert hat.

00:01:44: Hast du dich dahingesetzt und zum Beispiel beschlossen So jetzt weine ich mal drei Wochen lang.

00:01:52: Hast du beschlossen Okay, morgen passt ganz gut.

00:01:56: Da soll jetzt meine Traurigkeit nach oben

00:01:59: kommen.".

00:02:00: Oder hast du beschlossen so ab Montag verändert sich was in mir?

00:02:05: Nein!

00:02:07: Wenn Du genau hinschaust kannst Du sehen dass die Dinge ganz einfach passieren.

00:02:14: Du warst mittendrin bevor Du überhaupt gemerkt hast das es losgegangen ist.

00:02:22: Ich vergleiche das ganz gern mit einer Frucht, die reift.

00:02:27: Du kannst eine Frucht einen Apfel beobachten.

00:02:31: du kannst für den Apfel gute Bedingungen schaffen Sonne Wasser nen guten Boden.

00:02:39: aber du kannst Den Apfel nicht zwingen schneller reif zu werden indem du ihn anpöbelst in denen du rummordst.

00:02:49: Nicht mal anschreien würde funktionieren.

00:02:52: Du kannst die Frucht den Apfel nicht einfach aufschneiden und sagen, so jetzt aber reif sein.

00:02:59: Was ist dann?

00:03:00: Dann hast du eher eine kaputte Frucht.

00:03:03: oder denk ganz einfach mal an eine Wunde!

00:03:06: Du kannst eine Wunden nehmen wir an, du bist hingeflogen, du hast dir dein Knie aufgeschürft.

00:03:12: um.

00:03:12: was kannst du jetzt machen?

00:03:14: Du kannst diese Wunde sauber halten, du kannst der Wunde Zeit geben Du kannst aufpassen, aufmerksam sein dass keine Verschmutzung reinkommt oder eben was den Heilungsprozess stört.

00:03:28: Aber du kannst eine Wunde nicht durch Nachdenken zum Heilen bringen!

00:03:34: Du kannst dich nicht hinsetzen und so intensiv über deine Wunden nachdenken das sie schneller zugeht.

00:03:41: Das funktioniert halt einfach nicht Und genau deshalb tut sich der Verstand so schwer mit inneren Prozessen.

00:03:51: Der Verstand ist ja ein wunderbares Werkzeug und ich habe überhaupt nichts gegen den Verstand.

00:03:57: Nur der Verstand hat halt immer nur eine einzige Frage, die er immer und immer wieder stellt – was muss ich tun?

00:04:10: Was ist der nächste Schritt?

00:04:13: Wo ist die Anleitung?

00:04:15: Ein innerer Prozess gibt darauf eine Antwort die der Verstand erst mal überhaupt nicht aushält.

00:04:23: Und die Antwort lautet nämlich sei da, fühle, schau hin und gib dem Ganzen ganz einfach Zeit!

00:04:32: Mehr ist oft gar nicht nötig und das ist für den Verstand – ich sage es mal so – fast eine bodenlose Frechheit weil da sein und fühlen sich anfühlt wie nichts tun Und nichts tun fühlt sich in unserer Gesellschaft an wie Versagen.

00:04:54: Wir sind nämlich so darauf trainiert, dass unser Wert über Leistung kommt, sodass wir kaum glauben können.

00:05:04: manchmal ist das wertvollste was du tun kannst dich einfach nicht einzumischen.

00:05:12: und hier kommt ein Punkt der dir vielleicht hilft Zu verstehen.

00:05:21: In dir gibt es eine Intelligenz, die längst weiß wie Heilung geht.

00:05:26: Du kennst die von deinem Körper.

00:05:28: Nehmen wir mal an du schneidest dich in den Finger Dann setzt du dich ja nicht hin und sagst deiner Haut wie sie das jetzt zu machen hat.

00:05:37: Du erklärst deinen Zellen nicht in welcher Reihenfolge sie sich schließen sollen.

00:05:42: Du musst gar nichts wissen.

00:05:44: Dein Körper weiß es.

00:05:46: Er macht alles ganz allein.

00:05:50: Deine Aufgabe ist nur, ihn nicht zu stören mit deinem Verstand.

00:05:55: Nicht ständig daran rumkratzen, nicht alle fünf Minuten das Pflaster abzureisen um nachzuschauen.

00:06:04: und genauso ist es auch innen!

00:06:08: Da ist eine Intelligenz in dir die weiß wie das geht.

00:06:12: Du musst sie gar nicht erst mal entwickeln du musst sie nicht erschaffen Du musst auch nicht erstmal ein besserer Mensch werden oder du musst dich auch nicht committen, damit das Ganze funktioniert.

00:06:25: Diese Intelligenz ist schon da – sie war immer schon da!

00:06:30: Deine ganze Hingabe oder Arbeit wie das der Volksmund nennt besteht oft nur darin ihr aus dem Weg zu gehen.

00:06:43: Was ich auch oft erlebe, Menschen schauen auf innere Prozesse wie auf eine Reparatur.

00:06:50: Man macht was und dann ist es besser.

00:06:53: aber viele Prozese funktionieren eben nicht wie eine Reparatur sondern wie eine Heilung Und das ist ein riesiger Unterschied zumindest für mich.

00:07:06: Stell dir vor du brichst dir den Arm und dann bekommst du ja einen Gips.

00:07:11: oder jetzt dieses neu moderne Schienenzeug.

00:07:16: Und jetzt erwartet ja niemand, dass der Arm morgen früh wieder gesund ist nur weil der Gips daran ist.

00:07:24: Der Gips heilt den Arm nicht!

00:07:28: Der Gipf oder diese Schiene schafft nur die Bedingungen damit Heilung überhaupt stattfinden kann.

00:07:36: Er hält sozusagen die Sache ruhig Und er gibt Halt.

00:07:41: Er sorgt dafür, dass nichts verrutscht!

00:07:45: Den Rest macht der Körper in seiner Zeit und genauso ist das mit den Dingen die wir innerlich tun.

00:07:57: Vielleicht hast du ein ehrliches Gespräch geführt, das schon lang überfällig war?

00:08:02: Vielleicht hast Du eine Grenze gesetzt vielleicht hast Du endlich ausgesprochen was lange in dir gegärt ist.

00:08:14: Und dann wundest du dich natürlich, dass es danach erst mal gar nicht besser ist.

00:08:20: Dass es vielleicht sogar noch mehr weh tut und das Unruhe weiterhin da ist und und und Aber Du bist ja da nicht hingegangen damit sofort Frieden ist!

00:08:34: Du bist in ein Gespräch gegangen damit die Wahrheit auf den Tisch kommt Und manchmal tut Wahrheit im ersten Moment mehr weh als die Hoffnung, weil Hoffnung ist sowas was vieles offen lässt.

00:08:50: Hoffnung sagt vielleicht doch!

00:08:54: Vielleicht irgendwann?

00:08:56: Vielleicht wenn ich mich nur genug anstrenge?

00:08:59: Vielleicht bekommt der andere ja eine Eingebung und Wahrheit dagegen schließt manchmal eine Tür Und das fühlt sich dann für die Allermeisten erst mal nach Verlust an.

00:09:12: Aber erst wenn eine Tür wirklich zu ist, kannst du auch aufhören ständig davorzustehen und dir immer wieder einzureden was wohl hinter der Tür dann wäre und was hinter der Türe alles passieren kann... Eine geschlossene Tür ist absolut kein Scheitern!

00:09:33: Denn erst dann hörst du ja auch auf, deine Energie an etwas zu hängen was schon längst vorbei ist.

00:09:40: Eine geschlossene Tür ist oft der Anfang davon dass du dich endlich umdrehen kannst und deshalb glaube ich nicht das so ein Schritt wie ein Gespräch oder eine gewisse Handlung nichts gebracht hat wenn es sich danach noch schmerzhaft anfühlt.

00:10:01: ganz im Gegenteil Wenn es weh tut, dann spürst du oft genau den Teil der ganz einfach zuerst einmal gesehen werden will und wenn er gesehen wird, kann er sich in die Heilung begeben.

00:10:17: Der Schmerz ist nicht das Zeichen dass etwas schiefläuft sondern es ist immer mehr das Zeichnen das jetzt etwas in Bewegung ist.

00:10:28: Jetzt kommt die Frage die mir an dieser Stelle fast immer gestellt wird absolut berechtigt.

00:10:34: Ich habe die früher auch bis zum Nimmerlein gestellt und diese Frage lautet ja aber, woran merke ich denn überhaupt dass sich was tut?

00:10:44: Wenn ich angeblich nichts machen soll wenn ich nur da sein soll und fühlen und warten wie weiß ich ob jetzt das wirklich funktioniert oder ob ich mir das ganze nur einrede?

00:10:56: Ja meine Antwort ist du merkst es meistens nicht währenddessen Du merkst es im Rückblick, im Reflektieren.

00:11:09: Heilung ist eine Richtung aber kein Ziel.

00:11:15: Das bedeutet du warst nicht eines morgens auf und bist fertig geheilt mit Urkunden Sondern du merkst irgendwann so nebenbei Wahnsinn diese eine Sache die mich vor drei Monaten noch komplett aus der Bahn geworfen hätte.

00:11:32: Die berührt mich heute schon nicht mehr so.

00:11:36: Und sie reist mich auch nicht mehr vom Hocker.

00:11:40: oder.

00:11:41: ich habe auf etwas anders reagiert als früher ruhiger, klarer und ich habe es noch nicht einmal bewusst entschieden das sich jetzt anders mache.

00:11:53: Es war ganz einfach so.

00:11:56: Das sind die Zeichen kleine Dinge richtig unspektakulär.

00:12:03: Und deswegen sage ich immer, dass Außergewöhnliche versteckt sich oft im ganz Gewöhnlichen.

00:12:10: Schau einfach mal auf die letzten Wochen zurück!

00:12:13: Vielleicht hast du gar nichts Besonderes getan und trotzdem hat sich etwas in deinem Leben geändert – genau das ist ein innerer Prozess.

00:12:24: Und weil das so ist möchte ich dir noch eine letzte Sache mitgeben….

00:12:28: Die größte in Anführungszeichen Gefahr in so einem Prozess ist nicht, dass du zu wenig tust.

00:12:35: Die größte Gefahr ist die Ungeduld – das ständige Nachschauen!

00:12:41: Dass du alle paar Tage das Pflaster abreißt und guckst, bin ich jetzt endlich fertig?

00:12:45: Geht's mir jetzt endlich

00:12:46: besser?!

00:12:47: Warum dauert es so lange?

00:12:48: Kann es jetzt nicht vorbei

00:12:49: sein!?

00:12:50: Dieses Ständige-Nachbohren ist oft genau das was Heilung unterbricht.

00:12:56: Und jetzt nicht weil der Prozess nicht laufen würde sondern weil du den Prozess immer wieder rausreißt aus seinem eigenen Tempo.

00:13:05: Du gönnst quasi diesem Apfel nicht das Reifen, du gönnnst deiner Wunde nicht die Ruhe!

00:13:12: Du willst kontrollieren was sich einfach nicht kontrollieren lässt.

00:13:17: Vertrauen heißt jetzt hier nicht dass du blindlings hoffst, dass schon alles gut wird.

00:13:25: Vertrauens ist in dem ganz einfach Verstanden hast, dass in dir eine Intelligenz arbeitet.

00:13:34: Die das kann und die das nach ihrer Geschwindigkeit macht.

00:13:41: Nach ihren... wie soll ich sagen?

00:13:45: Mit ihren Stationen nicht so wie du es dir vorstellst!

00:13:49: Und dein Job ist nicht, das irgendwie antreiben zu können Irgendwas zu machen.

00:13:55: Jetzt mache ich noch das und das, dann kann ich es antreiben.

00:13:58: Nein!

00:13:59: Sondern gib dem ganzen Raum Also wenn du gerade mittendrin bist in irgendwas dass sich zäh anfühlt und langsam Und auch schmerzhaft und wo du am liebsten nachhelfen würdest.

00:14:15: Vielleicht ist das liebevollste was du gerade tun kannst einfach dazu bleiben Zu fühlen was isst ehrlich zu sein mit dir und einfach dem Ganzen die Zeit zu lassen.

00:14:30: Mehr ist oft wirklich nicht nötig!

00:14:34: Ja, das war's für heute.

00:14:35: Passt gut auf dich auf – und vor allem sei geduldig mit dir!

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